WDR-Dokumentation zum Leben Heinz Nixdorfs

Der WDR würdigt zum 90. Geburtstag den Paderborner Computerhersteller Heinz Nixdorf mit einer 45-Minuten-Dokumentation.

Pionier, Patriarch, Unternehmer, Computerkönig von Deutschland, all das war Heinz Nixdorf ganz sicher. Dass er aber auch Soldat, Ehemann, Vater, Bruder, Leistungssporter, Arbeitssüchtiger und letztlich tragisches Opfer seiner Herzerkrankung war, das bringt uns diese Dokumentation nahe. Sie wird hoffentlich noch eine ganze Weile in der WDR-Mediathek verfügbar sein.

Was zeichnete diese Karriere wirklich aus? Irgendwann fällt der Satz: "Was sollen meine Kinder mit all den Millionen?", überliefert aus dem Mund seines Sohnes. Ein sehr amerikanischer Gedanke. Leistung muss zählen und nicht Abstammung. Tatsächlich erben nicht die Kinder das Millionenvermögen aus der Firma, sondern zwei Stiftungen. Tatsächlich war Hein Nixdorf durch und durch Westfale, in seinen Taten, seiner Philosophie und seinen Handlungen war er aber auch ein durch und durch US-amerikanischer Selfmade-Man. Was passt als Bild also besser als der Nixdorf-Laster vor der Skyline von New York?

 

Was fällt dem interessierten Historiker auf? Nixdorf steht etwas alleine im Film. Die Story wird bestimmt vom Spannungsbogen Hannovermesse 1968 bis Cebit-Messe 1986, vom ersten großen Schritt ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und dem frühen Tod mitten auf dem Mitarbeiterevent seines Konzerns. Unerwähnt bleibt, dass Nixdorf gerade in seinen Gründungsjahren in starker Abhängigkeit von anderen Unternehmen der Büromaschinenindustrie stand; zum Beispiel als Zulieferer von Exacta und Bull in den 1950er Jahren, später von Ruf in Karsruhe und Kienzle Apparate in Villingen. Zusammen beschritt man den Weg zum deutschen Computer.

 

Was fällt dem interessierten Historiker auf? Nixdorf steht etwas alleine im Film. Die Story wird bestimmt vom Spannungsbogen Hannovermesse 1968 bis Cebit-Messe 1986, vom ersten großen Schritt ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und dem frühen Tod mitten auf dem Mitarbeiterevent seines Konzerns. Unerwähnt bleibt, dass Nixdorf gerade in seinen Gründungsjahren in starker Abhängigkeit von anderen Unternehmen der Büromaschinenindustrie stand; zum Beispiel als Zulieferer von Exacta und Bull in den 1950er Jahren, später von Ruf in Karsruhe und Kienzle Apparate in Villingen. Zusammen beschritt man den Weg zum deutschen Computer. Neben der Nixdorf 820 standen eben auch Rechner wie die Kienzle 6000 oder die Ruf Praetor. 

Verwobene Geschichte: Kienzle Apparate und Nixdorf Computer

In der der "Westfälischen Zeitschrift" (Bd. 162, 2012) ist folgender Artikel erschienen:

Armin Müller: Kienzle versus Nixdorf. Kooperation und Konkurrenz zweier großer deutscher Computerhersteller, in: Westfälische Zeitschrift (2012), S. 305-327.

Im Artikel wird die Geschichte von Kienzle Apparate und Nixdorf Computer (bis 1968: Labor für Impulstechnik) parallelisiert. Schwerpunkt ist die Zeit intensiver Kooperation Mitte der 1960er Jahre, in der gemeinsam an den ersten Computern der Mittleren Datentechnik entwickelt und produziert wurde. Der Artikel deckt auf, wie beide Unternehmen in dieser Zeit auch über weiterreichende Kooperationen - bis hin zum Zusammenschluss - verhandelten.

 

Interessierte dürfen sich gerne melden. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Sonderdrucken des Artikels, die ich gerne verschicke (Dr. Armin Müller, arminmue(at)googlemail.com)